„Trek to Yomi“ – Review einer Liebeserklärung

Das Videospiel „Trek to Yomi“ ist eine Liebeserklärung an die japanischen Filme der 50er und 60er Jahre, allen voran an die des großen Machers der bekannten Samurai-Filme – Akira Kurosawa. Dafür haben Leonard Menchiari und das Team von Flying Wild Hog Rzeszów enthusiastisch gearbeitet.

2022 beginnt die Reise von Hiroki und seiner Frau Aiko, die uns ins feudale Japan führt.
Das Spiel ist in schwarzweiß gehalten und wurde inspiriert durch japanische Filme der 50er und 60er Jahre. Dabei wurde sehr darauf geachtet, dass man authentisch bleibt, was die japanische Kultur betrifft, egal ob es um religiöse Ansichten, die richtige Zurschaustellung eines Schwertes oder der korrekt geknotete Obi eines Kimonos geht. Vieles im Spiel ist inspiriert durch Material aus dem Edo Museum in Tokyo und man hatte viel Hilfe von japanischen Experten.

Es ist nicht leicht, ein Meister des Schwertes zu sein

Man beginnt das Spiel mit einem Rückblick Hirokis in die Anfangsjahre seiner Lehre bei Meister Sanjuro, dem Vater von Aiko. Das Dorf wird von Banditen überfallen und man lernt auf dem Weg zum Schauplatz des Geschehens die Handhabung von Maus und Tastatur, während man Aiko folgt, die den schnellsten Weg kennt.

Dabei muss man immer wieder mal Hindernisse überwinden und man kann einzigartige Gegenstände für seine Sammlung finden. Dass die Banditen Hiroki anfangs nicht ernst nehmen, hält ihn nicht davon ab, sie eines Besseren zu belehren.

Andere Zeit, gleiche Probleme

Auch in der Gegenwart stehen Hiroki und Aiko vor einem ähnlichen Problem, es gilt wieder, Banditen in die Flucht zu schlagen. Und damit beginnt auch das eigentliche Spiel, denn jetzt führt Hirokis Reise aus dem Dorf heraus und er muss einen Weg nach Yomi finden, wo er sich Hilfe gegen die Banditen erhofft.

Dabei lernen wir immer neue Kampftechniken der rudimentär gehaltenen Steuerung kennen. Da das Spiel recht linear abläuft, braucht man keine Angst zu haben, sich zu verlaufen oder den Faden zu verlieren.

Screenshot: TS
Screenshot: TS

Die Steuerung und das Gameplay

Wie schon erwähnt, wurde die Steuerung rudimentär gehalten (diese Rezension bezieht sich auf Tastatur und Maus). Man braucht typischerweise W, A, S, D, außerdem noch I, Q, E, Shift (linke oder rechte Hochstelltaste), Leertaste und die Ziffern 1 bis 3. Das war es schon auf der Tastatur.

Mit der linken und rechten Maustaste greift man wahlweise schnell oder schwer an, mit E dreht man sich um. Mit Q macht man einen Fernkampfangriff, dazu hat man anfangs Shuriken zur Verfügung, später dann noch einen Bogen und zu guter Letzt ein Ozutsu – eine japanische Handkanone. Mit I öffnet man das Inventar und die Shift-Taste ist für das Blocken der gegnerischen Angriffe gedacht.

Das Spiel ist in 2D und läuft prinzipiell von links nach rechts (oder umgekehrt) ab. Außerhalb von Kämpfen kann man auch nach unten und oben gehen, um Gebäude zu betreten oder andere Wege einzuschlagen, im Kampf ist es aber immer das gleiche Prinzip nach rechts oder links (mit E dreht man sich um für die Gegner im Rücken).

Gespeichert wird an Schreinen, die großzügig entlang des Weges zu finden sind.
Praktischerweise lädt sich dann auch direkt die Gesundheitsanzeige wieder auf.

An verschieden Schwierigkeitsgrade wurde auch gedacht. „Kabuki“ ist der normale Story Modus mit leichten Gegnern und wenig Herausforderung. „Bushido“ ist hingegen der durchschnittliche Herausforderungsgrad, bei dem man die Kampf-Kombos gut nutzen sollte. Der höhere Schwierigkeitsgrad, bei dem jeder Aspekt des Kampfes wichtig ist und bei dem man mit seinen Ressourcen haushalten muss, heißt „Ronin“. Den Abschluss bildet der Modus „Kensei“, der erst freigeschaltet wird, nachdem man das Spiel auf einem anderen Schwierigkeitsgrad durchgespielt hat. Dieser Modus ist auf „one hit, one kill“ ausgelegt.

Die Charaktere von „Trek to Yomi“

Jede gute Schwertgeschichte hat ihre Protagonisten und Antagonisten, kurz gesagt, die Guten und die Bösen.

Hiroki – der Verteidiger, gesprochen von Masayuki Katou (Naruto: Shippuden, Sword Art Online).

Als Waise von Sensei Sanjuro aufgenommen und zum Samurai ausgebildet, schwor Hiroki, die Unschuldigen zu verteidigen, und zögert nicht, Bösewichte zu töten, anstatt mit ihnen zu diskutieren. Er agiert lieber, anstatt auf die Taten der Bösen zu reagieren. Seine große Liebe seit Kindertagen – Aiko – verehrt und respektiert er im gleichen Maße, wie er auch ihre Weisheit sucht.

Aiko – die Führerin, gesprochen von Sarah Emi Bridcutt (The Rising of the Shield Hero).

Als Hirokis Frau und Tochter Sanjuros ist Aiko eine der Führerinnen des Dorfes und trotz ihres jungen Alters wird sie von allen respektiert. Sie denkt sehr strategisch und sieht ihre Ehe mit Hiroki, wie er auch, eher als gleichwertige Partnerschaft. Sie denkt, er handelt.
Und obwohl sie lieber friedliche Wege gehen würde, versteht sie die Wichtigkeit militärischer Aktionen gegen die Angreifer.

Kagerou – der Eroberer, gesprochen von Akio Otsuka (Ghost in the Shell, Paprika).

Ein Bandit, der zum Kriegsherrn wurde und nach mehr Macht strebt. Obwohl er keine Freude am Töten hat, entledigt er sich jedes Hindernisses auf seinem Weg zur Spitze mit Gewalt. Er ist von seinen Fähigkeiten und seiner Intelligenz sehr überzeugt und sein Streben nach mehr Macht hinterlässt eine Schneise der Verwüstung.

Sanjuro – der Mentor, gesprochen von Hiroshi Shirokuma (Naruto, One Piece).

Als junger Samurai war Sanjuro Zeuge zahlreicher Schlachten und Kämpfe. Nun, da er Sensei ist, möchte er nichts anderes, als sein Dorf schützen und Hiroshi ausbilden, der ihm irgendwann als Verteidiger des Dorfes folgen soll. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Kämpfer und Stratege lassen ihn vor allem seiner Tochter gegenüber als unnahbar erscheinen. Seine Pflichten als Samurai nimmt er sehr ernst.

Screenshot: TS
Screenshot: TS

Fazit

Durch die 2D Oberfläche ist die Steuerung außerhalb der Kämpfe manchmal ein wenig anstrengend. Man läuft beispielsweise nach rechts aus dem Bildschirm heraus in den nächsten Abschnitt, der aber vielleicht als oben beginnt, man also plötzlich nicht mehr den Weg entlangläuft, sondern seitlich ausschert. Das ist aber auch nur außerhalb der Kämpfe und lediglich ein wenig anstrengend.

Ansonsten hat das Spiel alles, was man an alten Samurai-Filmen liebt. Eine packende Story, gute Hintergrundgeschichten, topp Vertonung der Charaktere und ein Setting, das man nicht häufig auf den Bildschirm bekommt. Der Kampf nach links oder rechts (umdrehen nicht vergessen) ist gewöhnungsbedürftig, aber leicht zu meistern. Außerdem gibt es einige Kombos, die leicht zu erlernen sind (dreimal schnell linke Maustaste etc.).

Man merkt die Liebe fürs Detail der Entwickler und kann mit dem Spiel jede Menge Spaß haben. Die Vertonung ist in Japanisch, aber mit entsprechenden Untertiteln in der eigenen Sprache ist es kein Problem, dem Spielverlauf ordentlich folgen zu können.

  • Entwickler: Leonard Menchiari, Flying Wild Hog
  • PublisherDevolver Digital
  • Erscheinungsjahr: 2022
  • Plattform: Playstation, XBOX, Windows PC
  • Preis: 19,99 Euro (bei Veröffentlichung)
  • Genre: Action, Adventure

Artikel erschienen bei Sumikai.

Interview mit Bora Chung, Präsidentin der SFWUK

Bild: SFWUK

Bora Chung ist eine Science-Fiction-Autorin und die derzeitige Präsidentin der „Science Fiction Writers Union of Korea“ (SFWUK). In einem Interview berichtete sie uns über ihre spannende Arbeit als Roman- und Kurzgeschichten-Autorin sowie über ihre Tätigkeiten bei der SFWUK.

Für sie hat der Schutz der Schreibenden höchste Priorität. Die FFWUK setzt sich für eine gerechte Bezahlung, mehr Möglichkeiten zur Veröffentlichung eigener Werke sowie für die Förderung der Science-Fiction-Community im Allgemeinen ein.

Im Gespräch mit Bora Chung

Sumikai: Erzählen Sie uns etwas über sich, Ihre Position bei der SFWUK und Ihrer Arbeit im Allgemeinen.

Bora Chung: Mein Name ist Bora Chung, ich schreibe Science-Fiction und spekulative Fiktion und übersetze auch russische und polnische Literatur ins Koreanische. Derzeit bin ich die Präsidentin der Science Fiction Writers Union of Korea (SFWUK). Ich habe drei Romane und vier Sammlungen von Kurzgeschichten geschrieben. Eine dieser Sammlungen, Cursed Bunny (2021), wurde 2022 für den International Booker Prize nominiert. Eine der Geschichten aus dieser Sammlung findet ihr hier

Eine weitere Geschichte mit dem Titel „Snare“ wurde übersetzt und im Berlin Quarterly (Dezember 2021) veröffentlicht.

Sumikai: Was können Sie mir über die SFWUK sagen?

Bora Chung: Die Science Fiction Writers Union of Korea oder SFWUK ist eine Gruppe von Science-Fiction-Autoren, und wie Sie an unserem Namen erkennen können, sind wir eine Art Gewerkschaft. Unser Ziel ist es, den Autor zu schützen: bessere Bezahlung, mehr Möglichkeiten zur Veröffentlichung, aktiveres Marketing und/oder Förderung von Science-Fiction im Allgemeinen und vor allem den Schutz der Rechte des Autors.

In Bezug auf diese Kernziele unterstützen wir die Meinungsfreiheit. SFWUK macht es sich auch zur Aufgabe, die Menschenrechte zu unterstützen und Solidarität in verschiedenen Menschenrechtsfragen sowohl in Korea als auch im Ausland zu zeigen.

Sumikai: Wie viele Mitglieder haben Sie?

Bora Chung: 61 und steigend.

Sumikai: Gibt es besondere Aktivitäten der SFWUK?

Bora Chung: 2018 haben wir an der WorldCon in San Jose, USA, teilgenommen. Ich war selbst dort und habe einen Vortrag über koreanische Science-Fiction gehalten. Und in den Jahren 2018 und 2019 haben wir an der Seoul International Book Fair teilgenommen, wo Mitglieder Vorträge hielten, Gespräche mit internationalen Autoren moderierten und eine Diskussionsrunde präsentierten.

Aber seit der Pandemie konzentrieren wir uns mehr auf Werke in Korea und unterstützen neue Autoren, die gerade erst ihre Karriere beginnen. Wir haben kleine Gruppen innerhalb unserer Organisation, wie eine Kurzgeschichtengruppe (SF des Monats), eine Romangruppe (Der Wald, der die Welt öffnet) und eine Kindergeschichtengruppe (Tasty Touching Stories). Mitglieder dieser kleinen Gruppen versuchen, Geschichten in diesen Genres zu schreiben, lesen die Werke der anderen zur Kritik und Beratung.

Sumikai: Wie kam es dazu, dass Sie mit den SFWJ (Science Fiction and Fantasy Writers of Japan) an diesem kombinierten Schreiben arbeiten?

Bora Chung: Die SFWJ besuchten unsere Website und schlugen vor, dass wir eine gemeinsame Erklärung abgeben. Wir begrüßten die Idee und fingen an, den Entwurf zu schreiben. Dabei fanden wir heraus, dass die SFWJ auch eine Erklärung zur russischen Invasion in der Ukraine abgegeben hatten und in ihrer Erklärung Themen behandelt wurden, die in unserer eigenen Erklärung übersehen wurden.

Also haben wir diese Themen, wie die nukleare Bedrohung, ausdrücklich in unserer Erklärung erwähnt und sie den SFWJ gezeigt, die SFWJ haben uns ihre Meinung gegeben, wir haben sie überarbeitet und sie haben ihre überarbeitet und die gemeinsame Erklärung war in überraschend kurzer Zeit fertig. Die englische Originalversion mit den russischen und ukrainischen Übersetzungen sowie die koreanische und die japanische Version wurden alle innerhalb von 5 Tagen fertiggestellt. Ich bin ziemlich glücklich und stolz auf das, was wir getan haben und die SFWUK ist den SFWJ sehr dankbar, dass sie die Initiative ergriffen haben, um eine Zusammenarbeit vorzuschlagen.

Sumikai: Ist die SFWUK neben diesem Schreiben an weiteren Aktionen interessiert? Sowas wie bezahlte Lesungen zur Unterstützung der Ukraine und usw.

Bora Chung: Nein. Unsere Mitglieder machen separat, was sie als einzelne Bürger eben machen können: spenden für die ukrainische Botschaft in Korea, zu Antikriegsprotesten gehen, Meinungsbeiträge schreiben usw.

Sumikai: Was tut Ihre Regierung und glauben Sie, dass das ausreicht?

Bora Chung: Die koreanische Regierung schickte humanitäre Hilfe in die Ukraine und beteiligt sich an verschiedenen Sanktionen gegen Russland. Darüber hinaus spendete eine überraschende hohe Anzahl gewöhnlicher koreanischer Bürger entweder an den Nothilfefonds der ukrainischen Botschaft oder schickte Hilfspakete in die Ukraine, oder sogar beides. Auch koreanische Unternehmen schicken Hilfspakete wie medizinische Hilfsgüter und Trinkwasser in die Ukraine.

Natürlich kann nichts davon den Krieg aufhalten, also ist nichts genug, solange der Krieg weitergeht. Aber wegen der Sanktionen leiden koreanische Unternehmen, insbesondere kleinere Firmen, die mit russischen Unternehmen Geschäfte machen, sehr: Sie erhalten ihre Zahlungen nicht, können kein Material importieren, Exporte werden storniert usw. Um unserer eigenen Bürger willen, sollte die koreanische Regierung zu diesem Zeitpunkt noch mehr unternehmen.

Der Beitrag wurde veröffentlicht auf Sumikai.

Interview mit Haruna Ikezawa, Präsidentin der SFWJ

Bild: SFWJ

Haruna Ikezawa ist nicht nur die 20. Vorsitzende der „Science Fiction and Fantasy Writers of Japan“ (SFWJ), sie ist auch als Synchronsprecherin, Buchkritikerin, Essayistin und Autorin tätig. In einem Interview berichtete sie uns über ihre vielseitige Arbeit und ihre Tätigkeiten bei den SFWJ.

Ein für sie absolut zentrales Thema: Die Förderung internationaler Beziehungen. Ikezawa setzt sich schon seit Jahren für einen verbesserten Austausch zwischen den vielen unterschiedlichen SF-Gemeinschaften weltweit ein. Keine leichte Aufgabe.

Sumikai: Erzähl uns etwas über dich, deine Position bei den SFWJ und die Arbeit im Allgemeinen.

Haruna Ikezawa: Mein Name ist Haruna Ikezawa. Ich bin Synchronsprecherin, Buchkritikerin, Essayistin, Autorin und die 20. Vorsitzende der „Science Fiction and Fantasy Writers of Japan“.

Ich bin 2017 dem SF Writers Club of Japan beigetreten, wurde 2018 Vorstandsmitglied und 2020 zur Vorsitzenden ernannt. Ich bin wahrscheinlich die „nicht-Vorsitzend-ähnlichste Vorsitzende aller Zeiten“.

Meine derzeitige Beschäftigung besteht ungefähr zur Hälfte aus stimmbezogener und zur anderen Hälfte aus schriftstellerischer Arbeit.

Haruna Ikezawa: Wir wurden 1963 gegründet und sind eine Gemeinschaft von Science-Fiction-Autoren, Übersetzern, Kritikern und Redakteuren und wurden 2017 offiziell zu einer General Incorporated Association. Wir sind nicht nur Schriftsteller, sondern auch Musiker, Manga-Künstler, Illustratoren, Forscher und Sprecher bzw. Schauspieler wie ich.

Sumikai: Wie viele Mitglieder hat die SFWJ?

Haruna Ikezawa: Die Zahlen ändern sich gerade ständig, es sind aber viele Dutzende.

Sumikai: Gibt es außergewöhnliche Aktivitäten bei den SFWJ?

Haruna Ikezawa: Die größte Aktivität, die wir durchführen, ist die Auswahl und Verleihung des „Japan Science Fiction Grand Prize Award“. Einmal im Jahr wählen wir unter den in diesem Jahr veröffentlichten Werken „ein Werk, das es bei seiner Veröffentlichung unmöglich gemacht hat, sich eine Welt vorzustellen, in der es nicht existierte“ oder „ein Werk, das der Geschichte einen neuen Aspekt hinzugefügt hat, die Science-Fiction“. Da es sich um einen Preis handelt, bei dem Profis professionelle Arbeiten auswählen, könnte man sagen, dass es wie bei den Nebula Awards ist.

In diesem Jahr war der Gewinner des 42. Preises „Ooku“ von Fumi Yoshinaga.

Abgesehen von dieser Sache, versuchen wir auch den „SF-Karneval“ zu einer großen Aktivität zu machen.

Diese Veranstaltung, die gemeinsam mit einer großen Buchhandlung durchgeführt wird, hat dieses Jahr begonnen.

Es umfasst Autogrammstunden und Talkshows von fast 50 Autoren sowie ein Mystery-Event. Ich würde sagen, es ist wie eine offene Worldcon ohne Teilnahmegebühr.

Grundsätzlich arbeiten wir jedoch hart daran, zum Nutzen unserer Mitglieder zur Entwicklung des japanischen SF beizutragen.

SFWJ und seine internationalen Verbindungen

Sumikai: Wie kam es dazu, dass Ihr mit dem SFWUK (Science-Fantasy Writers Union Korea) an diesem kombinierten Schreiben arbeitet?

Haruna Ikezawa: Wir kamen zu der Überzeugung, dass Solidarität zwischen SF-Gemeinschaften über Grenzen hinweg notwendig war.

Wir kontaktierten mehrere SF-Autorenclubs und -gemeinschaften in verschiedenen Ländern, hatten aber Mühe, Fortschritte zu erzielen.

Einer der ersten, der uns antwortete, war der SFWUK.

Sumikai: Sind die SFWJ neben diesem Brief an weiteren Aktionen beteiligt? Wie zum Beispiel bezahlte Lesungen, deren Einnahmen als Spende in die Ukraine geht usw.

Haruna Ikezawa: Als Club drückten wir unsere Solidarität aus, indem wir eine Erklärung abgaben und das „Japan Science Fiction Grand Prize Review Booklet“ und Abzeichen in ukrainischen Farben herstellten.

Abgesehen davon glaube ich, dass jeder Wirkende seinen/ihren Teil individuell leistet. Ich habe auch auf meine Weise dazu beigetragen, indem ich über die ukrainische Botschaft in Japan gespendet habe.

Sumikai: Was macht die Regierung und glauben Sie, dass das ausreicht?

Hilfe für ukrainische Bürger (Lebensmittel, medizinische Versorgung usw.), 100 Millionen US-Dollar an humanitärer Hilfe, Verwendung des ukrainischen Namens bei Bezugnahme auf die Hauptstadt, Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Russland, Einfrieren von Vermögenswerten und Aussetzung von Visa für Russen, Einzelpersonen und Organisationen, die Ausweisung russischer Diplomaten usw.

Ob das alles „genug“ war oder nicht, ist eine schwierige Frage. Ich kann nicht im Namen des SFWJ antworten, daher würde ich für Haruna Ikezawa als Einzelperson sagen, dass es „ausreichend“ ist, um eine Situation zu beschreiben, in der die Menge, der Grad oder die Elemente, die die Bedingungen erfüllen, weder übermäßig noch unzureichend sind, sondern für den Moment ausreichen oder vielleicht vorerst ausreichend sind. Ich finde es äußerst schwierig, die Grenze zu erkennen, die eine wirksame Abschreckung gegen die Invasion der Ukraine markiert, aber auch nicht übermäßig strafend ist.

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